Logo MinLex
Hauptseite :: Systematik :: Bestimmungshilfe :: Fundstellen
Mineral suchen  
Fundstellen  Liether Kalkgrube   [Beschreibung] [Bilder]
Liether Kalkgrube


Übersicht

 Bundesland
Schleswig-Holstein
 Ort
Klein Nordende / Kreis Pinneberg
 Fundstellenart
Kalkgrube
 Status
Naturschutzgebiet
 Fundmöglichkeiten
keine (Sammelverbot)


Geologischer Hintergrund
Wie auch zahlreiche andere Aufschlüsse in Norddeutschland (z.B. die Kreidegrube Saturn oder die Felseninsel Helgoland) verdanken wir auch die Liether Kalkgrube der sogenannten Halokinese des Salzes. Das Salz stieg aus Tiefen von etwa sechs Kilometern empor, durchstieß Schwächezonen und hob dabei die jüngeren Schichten bis an die Erdoberfläche an. In der Liether Kalkgrube finden sich auf Grund dieser Geschehnisse Schichten, die bis zu 270 Millionen Jahre zurückreichen und somit die ältestens aufgeschlossenen Schichten in Norddeutschland darstellen (salinare Gesteine Gesteine des Rotliegenden und des Zechsteins).


Historischer Hintergrund
Im Jahr 1844 entdeckte man beim Bau einer Eisenbahnstrecke Erdschichten die aus dem Perm stammten. Die dabei gefundenen roten Tone aus dem "Rotliegendem" wurden später abgebaut und Jahrzehntelang als Rohstoff für die in der Nähe errichtetetn Ziegelei verwendet. Beim Abbau der Tone stieß man auch auf verwitterten Kalk, der ab 1925 ebenfalls abgebaut wurde sowie auf grauen Zechsteinkalk. 1980 wurde im Zentrum der heutigen Liether Kalkgrube in etwa 30 Metern Tiefe ein Gipshut des älteren Zechsteins freigelegt (Werra-Serie), der auch heute noch zu sehen ist. 1986 wurde der Abbau in der Liether Kalkgrube aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt und fünf Jahre später wurde sie unter Naturschutz gestellt. Um zu verhindern dass die Grube, deren tiefster Punkt 18 Meter unterhalb des Meeresspiegels liegt vom Grundwasser geflutet wird findet ein ständiges abpumpen statt.


Aktuelle Situation & Fundmöglichkeiten
Die Liether Kalkgrube ist seit 1991 ein Naturschurtzgebiet, weshalb das suchen und sammeln von Mineralien in der Grube verboten ist. In der Grube befindet sich ein befestigter Weg auf welchem diese betreten werden darf und ferner ein Rundweg um die Grube herum mit diversen Aussichtspunkten. Informationstafeln liefern dem geneigten Besucher Hintergrundwissen zu der Entstehung dieser geologisch äußerst interessanten Stelle in Norddeutschland.


Quellen & Literaturhinweise
unbekannt (2002) - Informationsbroschüre "Liether Kalkgrube" der Naturschutzbehörde
Urbigkeit, K.; Liebig, L. (1987) - Lapis Jg. 12 / Nr.2
Lierl, H.-J.; Wittern, A. (1996) - Lapis Jg. 21 / Nr.6
Wittern, A. (1994) - Taschenbuch der Mineralienfundstellen Mitteleuropas

Fundstellen  Liether Kalkgrube

© 2002-2017 :: Impressum