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Fundstellen  Sievertsche Tongrube   [Beschreibung] [Bilder]
Sievertsche Tongrube


Übersicht

 Bundesland
Hamburg
 Ort
Stadtteil Hummelsbüttel
 Fundstellenart
Tongrube
 Status
Naturschutzgebiet
 Fundmöglichkeiten
keine (Sammelverbot)


Geologischer Hintergrund
Den Gletschern der letzten Eiszeit ist es zu verdanken, dass im heutigen Stadtteil Hummelsbüttel im Norden von Hamburg ein bedeutender Aufschluss für die Quartärforschung existiert. Die Gletscher haben auf Grund ihres Gewichts die Schichten des Untergrundes gestaucht und dadurch ältere Ablagerungen von Tonen an die Geländeoberfläche verlagert, die andernorts von jüngeren Schichten bedeckt und nur duch Bohrungen aufgeschlossen werden können.
Die Ablagerungen sind zurückzuführen auf die vorletzte Warmzeit (Holstein-Warmzeit), bei der das Meer zum letzten Mal bis in den Hamburger Raum vordrang. Durch den Abbau in der ehemaligen Sievertschen Tongrube wurden darüber hinaus tiefergelegene marine und terrestrische Ablagerungen aufgeschlossen.
Anhand der besonders vollständigen Schichtenfolge in der Tongrube lässt sich die Entwicklung von der Elster-Kaltzeit (Lauenburger Ton) über die beginnende Warmzeit (Süßwasserablagerungen) bis zur Überflutung durch das Holstein-Meer (Cardien-Sande) sehr gut nachvollziehen.


Historischer Hintergrund
Die Sievertsche Tongrube, die seit 1986 ein Naturdenkmal ist, befindet sich nur einen Steinwurf entfernt südlich der ehemaligen Ziegelei und stellt mit nur etwa 10 Hektar eines der kleinsten Geotope in Hamburg dar. Errichtet wurde die Ziegelei im Jahr 1898 am heutigen Ring 3 auf Höhe der Anschlussstelle Hummelsbütteler Weg / Poppenbütteler Weg. Nach einer zwischenzeitlichen Stilllegung während des Zweiten Weltkriegs musste Ende der fünfziger Jahre die Ziegelei wegen Konkurs versteigert und der Betrieb stillgelegt werden.
Als stille Zeugen der ehemaligen Ziegelei ist neben der renaturierten Tongrube heute nur noch das schon seit längeren unbewohnte Haus des ehemaligen Inhabers am Poppenbüttler Weg erhalten geblieben.


Aktuelle Situation & Fundmöglichkeiten
Durch das kleine Geotop führen nur mäßig befestigte Wege. Wenn es die Tage zuvor geregnet hat, muss außerdem damit gerechnet werden, dass der Hauptpfad teilweise extrem matschig ist. Die Tongrube lässt sich grob in zwei Bereiche unterteilen: der nördliche Teil ist geprägt durch einen kleinen See, der südliche Teil durch eine (künstlich freigehaltene) größere Freifläche, an deren Südseite sich unter einer schützenden Erdschicht die anfangs genante Schichtenfolge befindet – dem Besucher bleibt also der Anblick der Schichtenfolge verwehrt.
Wenn auch aus regionaler Sicht das Gebiet geologisch interessant ist, so lohnt sich eine Anreise für den ambitionierten Mineralien- oder Fossiliensammler definitiv nicht. So sind aus dieser Tongrube zum einen keine nennenswerte Funde bekannt und zum anderen ist es nach der Schutzverordnung für dieses Naturdenkmal unter anderem verboten „Aufschüttungen vorzunehmen, die Bodengestalt, die Gestalt des Gewässers und seines Ufers durch Grabungen, den Abbau oder das Einbringen von Bodenbestandteilen oder auf sonstige Weise zu verändern“ sowie „das Gebiet außerhalb dafür bestimmter Wege zu betreten“.


Quellen & Literaturhinweise
Müller, H.-G. (1980) - Liebes altes Hummelsbüttel
Grube, Dr. F. (1963) - Jahrbuch des Alstervereins 1963

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